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Projektwettbewerb Kantonsschule-Campus Wattwil

Standort:
Kantonsschule
9630 Wattwil
Planerteam:
Nikolla Architekten GmbH /
grob schöpfer ag
Bauherrschaft:
Kanton St.Gallen
Wettbewerb:
2020

An prominenter Lage am Flussufer der Thur hat der Bauplatz im Stadtgefüge von Wattwil eine wichtige städte­bauliche Rolle und bedingte eine sorg­fältige Gestaltung. Unser Projekt «Strich­punkt» basiert auf der Idee eines langen und schmalen Bau­körpers, welcher zusammen mit den bestehenden und zukünftigen Bauten klare und qualitäts­volle Aussenräume aufspannt. Trotz der Komplexität der Aufgabe entstand eine einfache und übersichtliche Raum­struktur, welche sowohl den heutigen als auch den zukünftigen pädagogischen Ansprüchen Folge leisten kann.

Das Projekt «Strichpunkt» ist aus der intensiven Analyse der städtebaulichen Situation entstanden und gab die Bedingungen von aussen vor, was für einen synchronen Entwurfsprozess und den Schulbau eher untypisch ist. Trotz der massiven Länge von 120m ist innen nicht wie befürchtet ein langweiliger Korridor entstanden, sondern ein spannungsvoller und vielfältiger Be­gegnungs­raum, wo die volle Kraft des Gebäudes in der Vertikalen und Horizontalen spür- und erlebbar wird. Das städtebauliche Korsett konnte in eine intelligente Raum­struktur überführt werden, welche zahlreiche Vorteile bietet. Mit nur zwei Flucht­treppen­häusern werden sämtliche Geschosse erschlossen und die Mitte kann frei bespielt und genutzt werden, da im langen Atrium die Fluchtwege nie die 35m überschreiten.

Die innere Erschliessung verjüngt sich mit abnehmender Personenzahl und lässt mehr Licht nach unten. Sichtbezüge zwischen den einzelnen Trakten verbessern die Orientierung und den Austausch innerhalb der Schule. Kurze und direkte Wege sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Ausserdem haben alle Räume Aussicht ins Grüne und können optimal natürlich belichtet und belüftet werden. Dies alles in einem kompakten Körper, von dem man einen Park und die Flusslandschaft im Blickfeld hat. Das Erdgeschoss beherbergt die grossen Räume und signalisiert durch die hohe Transparenz den öffentlichen Charakter. Ein Filter aus Säulen definiert einen Schwellenraum zwischen Haus und Park. Dabei wird die Fassade im Berührungspunkt mit dem Platz zum Mobiliar, in dem die Betongesimse zum Sitzen und Verweilen einladen. Die zurückspringende Fassade im Erd­geschoss verjüngt den Fussabdruck und schafft einen gedeckten Aussenraum für die Benutzenden, welcher auch die zukünftige Dreifachsporthalle er­schliess­en kann. Das rigide Raster ist nicht einfach nach pragmatischen und wirtschaftlichen Überlegungen ent­standen, sondern wurde aus Pro­portions­studien in der Fassade ermittelt. Denn diese basiert auf einem Quadrat von vier mal vier Metern, welche um die Höhe eines Arbeitstisches in die Höhe verschoben wurde, um das Erdgeschoss optisch noch weiter zu erhöhen und dem Klassenzimmer eine geschlossene Brüstung sowie maximalen Lichteinfall zu geben. Durch die Tiefe der Fassade bekommt das Haus je nach Perspektive eine andere Erscheinung. Von der Seite wirken die Stützen wie aneinander gereihte Scheiben und geben dem Haus eine monumentale Kraft. Frontal dominiert die Fein­gliedrig­keit und die hohe Trans­pa­renz.

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